Foto von Stefan Wernli

Letzte Woche brachte der WWF den neuen Living Planet Report heraus – “the leading survey of the planet’s health”. Ist jemand von den Kernaussagen überrascht? Ich fasse sie hier zusammen: Die Biodiversität geht den Bach runter, der Mensch verbraucht anderthalb mal soviel wie die Erde eigentlich zu geben im Stande ist – und bis 2030 werden wir zwei Planeten brauchen, wenn wir so weiter machen. Dabei möchte ich eure Aufmerksamkeit auf die Grafik unter folgendem Link lenken: http://www.panda.org/lpr/gfootprint

Zur Erklärung: Wenn man die Fläche der Erde und die “Biokapazität” eines Hektars kennt (zum Beispiel die Kapazität, CO2 zu absorbieren oder Nährstoffe zu gewinnen), kann man ausrechnen, wie viele Hektar pro Person zur Verfügung stehen. Die Grafik zeigt nun, wie viele Hektar tatsächlich genutzt werden, um die Bedürfnisse einer Person in einem bestimmten Land zu decken. Oben habe ich geschrieben, dass wir derzeit 1,5 Erden verbrauchen. Das heißt also, wir überbelasten die Erde, holen zum Beispiel aus ihren Böden zu viel heraus und machen ihre Luft zu dreckig, als dass sie sie wieder reinigen könnte. Wenn Regenwald abgeholzt wird, sinkt die Biokapazität der Erde entsprechend, weil dieser Wald dann keine Wasser mehr speichern oder CO2 recyceln kann.

Ich habe ja schon oft gehört, dass es ein Problem ist, dass so genannte Schwellenländer ihren Konsum und ihre Produktion enorm steigern, ohne großartig auf Nachhaltigkeit zu achten. Natürlich will vor allem Europa, dass sie weiterhin nur einen kleinen Teil zur Umweltverschmutzungsbilanz beitragen. Dann bleibt nämlich mehr für uns. Diese Mentalität – oder sind es gegenseitige Unterstellungen? – überblendet jegliche konstruktive Zusammenarbeit. Schließlich kann man den späten Aufstieg von zum Beispiel Indien und China auch als Chance begreifen, alles anders – besser – zu machen als die alten Industrienationen. Jedenfalls – schaut doch mal, an welcher Stelle in der Grafik Indien auftaucht.


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Kommentare ( 2 )

Mir stellt sich zu solch niederschmetternden Übersichten dann immer die Frage, was ICH denn tun kann oder soll… Genügt es, weniger oder gar kein Fleisch zu essen, mit der Bahn zu fahren, Ökostrom und Bioprodukte zu kaufen??
Unter http://www.mein-fussabdruck.at kann man seinen persönlichen Schmuddel-Beitrag an der globalen Riesen-Schmuddelei berechnen (lassen). Dort stehe ich wieder ganz gut da. (Das Ganze gilt zwar für Österreich, ich nehme aber an in dieser Hinicht nehmen sich die Ösies und die Deutschen nicht viel) Aber vielleicht gilt in Anbetracht des allgemeinen Umwelt- und Konsumverhaltens ja auch nur das Motto: ‘Unter den Blinden ist der Einäugige König’??

Dorit schrieb dies am 21.10.10 um 08:47.

Tjaa, ich habe das auch gerade mal gemacht, und obwohl mir bei jeder Kategorie gesagt wird, dass ich “sehr gut” oder sogar “absolut top” läge, habe ich noch immer einen ökologischen Fußabdruck von 3,82 gha. Außer dem Austauschen einiger konventioneller Glühlampen und dem endlichen und absoluten Verzicht auf Fleisch kann ich nicht mehr viel machen, außer aus diesem Land wegzuziehen. Hm. Da muss ich jetzt nochmal drüber nachdenken. Einige Sachen haben die auch gar nicht gefragt – z.B. haben wir ja teilweise Biogas und ich kaufe weder “immer” noch “ab und zu” bio, sondern “oft”. Wird das Kraut auch nicht fett machen. Auch 2nd hand und so war da nicht dabei, ich denke, damit kann man schon einiges bewirken. Das Motto gilt auf jeden Fall.

Katharina schrieb dies am 29.10.10 um 18:58.

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