Ich habe neulich diesen Artikel gefunden und möchte ihn gern mit euch teilen:

http://jungle-world.com/artikel/2010/38/41763.html

Warum? Also erstmal, interessante Tipps, interessante Zeitung. Aber um die Überschrift aufzugreifen – hier wird mal was ausgesprochen, was ich schon oft gefühlt habe: Wenn man nicht schwulesbisch, trans, irgendwas zwischen irgendwas anderem oder auf jeden Fall was ganz anderes ist, hat man moralisch und meist auch ethisch von vorn herein “irgendwie” verloren. Schon oft habe ich meinen guten Freund Jan darum beneidet, dass er schwul ist und mich gefragt, warum ich mich auf seinen Partys ständig von Sex-Gesprächsthemen umzingelt sah.

Wenn man sexuell “anders” ist, denkt man gezwungenermaßen über seine Andersartigkeit nach. Man möchte davon nicht eingeschränkt werden, sondern sich daran freuen und sich entfalten. Glücklicherweise darf man das in Deutschland ja zumindest theoretisch und wird wenigstens nicht ins Gefängnis oder in die Psychiatrie gesteckt (siehe hier). Nun ist es aber so, dass “Normalos” – also Menschen, die sich eindeutig als weiblich oder männlich wahrnehmen und zumindest glauben, dass sie eindeutig auf das entgegengesetzte Geschlecht abfahren, ein Problem haben – ihnen wird suggeriert, dass sie nicht darüber nachdenken müssen. So verstrickt man sich in doofen Codes, sinnlosen Tabus und hinderlichen Stereotypen. Dazu kommt dann, dass Leute in meinem Alter Sachen sagen wie “Na ein bisschen abartig ist das [Schwulsein] ja schon, oder?!”.

In diesem zugegebenermaßen hornalten Artikel kann man auch gleich über einen Lösungsansatz nachlesen, aber das nur am Rande.

Klar werden einige jetzt rufen, dass überall gleichermaßen unbedachte und teilweise auch bösartige Klischees gibt. Ja, stimmt, man schaue sich nur mal die berühmte Kinsey-Skala an und man weiß, was ich meine: Wenn man Heteros unterstellt, dass sie gar nicht ganz so entschieden sind, wie sie immer tun – und als Frau ist es ja schon fast sexy, das “zuzugeben” – dann kann man auch den Homos mangelnde Enschlossenheit unterstellen. Aber in puncto Offenheit kann man vom Christopher Street Day noch einiges lernen.


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