Fakt ist, man kann derzeit mit Journalismus im Internet keinen Blumentopf gewinnen, die Umsätze sind viel zu gering und der Printmarkt geht ein, weil online kostenlos nutzbare Inhalte bequemer und… naja, kostenlos sind. Normalerweise, wenn ein Geschäft nicht mehr richtig funktioniert, müssen die Betreiber sich etwas einfallen lassen, wie sie es besser machen können, damit den Menschen ihre Angebote wieder etwas wert sind. Aber nicht der Qualitätsjournalismus. Der ist ein gesellschaftlich so unersetzbares Gut, dass er das Recht hat, ähnlich wie bedrohte Tierarten, unter Schutz gestellt zu werden. NOT!

Was ist hier eigentlich los? Wahrscheinlich nichts Ungewöhnliches – ein etabliertes System strebt danach, sich selbst zu erhalten. Männer mit graumelierten Schläfen möchten ihre Schreibtische behalten und diejenigen, die sich nicht in einer solch komfortablen Situation befinden, möchten das als Idealbild und Ziel ihrer Träume behalten. Das Problem mit der Zukunft des Print ist momentan, dass sie von wabernden Nebelschwaden verschleiert wird. Das verunsichert. Dabei könnte man auch Spaß an neuen Entwicklungen haben und versuchen, die Chancen zu erkennen. Man kann Blogger als vorlaute ärgerliche Naseweise begreifen, man kann aber auch versuchen, das tausendfache Gedankenpotential zu nutzen. Schließlich haben Medien auch noch eine Aufgabe in der Gesellschaft – das mit der vierten Gewalt und so, vielleicht erinnert sich jemand.

Besorgnis erregend ist nämlich, dass es einige wenige Große gibt, die diese unklare Lage für sich auszunutzen wissen. Der sich selbst so betitelnde Qualitätsjournalismus wird eigentlich dringend gebraucht, um ein Gegengewicht zu bilden. Das einzige, was er versucht, ist aber, durch Restriktion eine Entwicklung aufzuhalten, die längst den Point of no return überschritten hat. Und ganz nebenbei auch inspirierend, frisch und freiheitsverheißend ist. Was sind das für Leute, denen als einzige Antwort auf Google News einfällt, zu rufen: “Wir wollen aber auch unser Stück vom Kuchen abhaben!” Das ist nicht im Interesse der Rezipienten, die mehr und mehr zu Partizipienten werden, und es ist auch nicht gut für den Markt und eventuelle Innovationen. Immerhin machen ja einige Magazine und Zeitungen vor, wie es anders geht.

Nicht, dass ich mir dann Sportmagazine anschaue, nur weil sie sich seit Neuestem bewegen, aber das ich mal ein Beispiel, wie man darüber hinaus gehen kann, einfach digitale Versionen der Papierzeitungen anzubieten. Ein bisschen Spaß muss sein.


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