Foto: André Karwath aka Aka

Hier gibt es jetzt exklusiv (natürlich, bisher hat sich noch niemand um die Story gerissen) meinen neuen About-Text, den ich auch ganz existentiell-grüblerisch in “Warum schwarzezitrone?” umgetauft habe. Außerdem eine Absichtserklärung. Herr Lehmann deutet schon mal an, worum es geht. Das finde ich nett von ihm.

Manchmal ist alles ganz schlimm. Dann habe ich den Eindruck, dass wir irgendwo angekommen sind, wo ich mich auf keinen Fall länger als fünf Minuten aufhalten will. Junge Menschen geben in Umfragen an, dass ihnen Karriere und toll auszusehen das Wichtigste sind, die von uns gewählten Machthabenden erzählen uns, dass wir ihre Entscheidungen ja nicht zu verstehen brauchen und die Ansicht, dass Wirtschaftswachstum uns vor den Folgen der Umweltzerstörung retten könne, hält sich hartnäckig.

An manchen Tagen beschleicht mich das unangenehme Gefühl, dass in Wahrheit das Ziel aller Bildung in diesem Land der Einheitsabschluss als Hamster deluxe ist – und die Leute freuen sich auch noch, wenn sie der schnellste goldige Nager im Laufrad sind. Das Bild passt auch deshalb, weil der Goldhamster in den Hamsterbäckchen ja angeblich Gold hamstert.

Dann denke ich darüber nach, ob es zu viele Möglichkeiten gibt, die uns nicht nur orientierungslos machen, sondern auch das Ende aller stabiler Beziehungen bedeuten. Warum wird mir eigentlich jedes Mal schlecht, wenn ich höre, dass junge Menschen sich heute wieder auf traditionelle Werte wie Familie, Sparsamkeit, Fleiß besinnen, anstatt diesen Flausen von Freiheit und Selbstbestimmtheit nachzugehen?

Da muss doch mehr drin sein im Lebenseimer. Wahrlich, ich kann es nicht mehr hören und sage ganz klar: Ich nicht. Ich besinne mich auf den bei Menschen traditionell vorhandenen Verstand, die schon bei Kindergartenkindern traditionell vorhandenen persönlichen Vorlieben und die bei Erwachsenen traditionell angelegte Fähigkeit zur Selbstständigkeit.

Mit schwarzezitrone.com erdreiste ich mich. Ich ergehe mich, ich analysiere, polemisiere, reflektiere und wehre mich dabei gegen die Ansicht, dass man gesellschaftliche Vorgänge nicht ohne fundierte Kenntnisse in Soziologie, Politikwissenschaft und Jura kommentieren darf und ganz allgemein als Nicht-Medienmensch ohnehin nichts schreiben sollte.

Ich gedenke, der allgemein üblichen Trennung zwischen “wissenschaftlich denkenden” und “kreativen” Menschen etwas entgegen zu setzen. Etwas von mir, denn ich bin beides. Schwarz. Zitronig.

Schließlich muss man bei aller Bittersäure auch bedenken, dass nicht alles schlecht ist. Das wird man ja wohl noch sagen dürfen.

So und jetzt noch schnell die versprochene Absichtserklärung. Vom versprochenen Logo noch keine Spur. Es sollte aber klar sein, dass ich keine Agentur beauftragt habe, sondern mir hier jemand einen gewaltigen Gefallen tut, auf den ich bereit bin zu warten. Außerdem ist es mein erklärtes Ziel, euch als Abonnenten zu gewinnen – sei es über einen Reader, über E-Mail oder einfach als Twitter-Follower. Da muss ich mir wohl noch was einfallen lassen.


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